Der ewig unveränderliche Gott

Unveränderlichkeit ist eine der faszinierenden Eigenschaften Gottes, die Ihn allein von aller Schöpfung unterscheidet und die Ihn als besonders erhaben und einzigartig auszeichnet.

Die Christliche Theologie unterscheidet Gottes Wesensarten oft in zwei verschiedene Kategorien: Eigenschaften, die Gott exklusiv besitzt und welche Geschöpfe nicht – auch nicht in geringerem Maße besitzen – und Eigenschaften, die Gott in unendlichem Maße besitzt, welche aber Teil des Charakters von erschaffenen Wesen in endlichem und begrenztem Maße sein können. Zum Beispiel ist die Barmherzigkeit Gottes eine mittelbare oder teilbare Eigenschaft Gottes. Gott besitzt diese Eigenschaft in unendlichem Maße und Vielfalt, Menschen und vielleicht auch Engel können ebenfalls barmherzig sein, jedoch nie in dem unendlichen Umfang, wie Gott barmherzig ist.

Gottes Unveränderlichkeit ist eine nicht teilbare Eigenschaft Seines exzellenten Wesens. Er allein entwickelt sich nicht, verändert sich nicht und ist in Seinem Charakter und Wesen unbeeinflussbar von äußeren Umständen. Man kann diese Eigenschaft Gottes als „Ewige Beständigkeit Gottes“ beschreiben.

Gedanken über eine unveränderliche Beständigkeit rufen vielleicht bei uns nicht ausschließlich positive Assoziationen aus. Der Mensch liebt Veränderung und mit Wandel ist oft die Hoffnung auf Erneuerung zum positiven verbunden. Gott jedoch ist zu jedem Zeitpunkt seiner Existenz – in der ewigen Vergangenheit, jetzt und in alle Zukunft – unendlich vielfältig und unendlich perfekt in all Seinem Charakter und Wesen. Er kann sich nicht zum besseren verändern, denn besser als er bereits war und ist, ist unmöglich. Er ist bereits jetzt Perfektion par excellence in allem was er ist und tut. Veränderung zum negativen ist bei Gott auch nicht möglich. Dies macht diese Eigenschaft besonders attraktiv: wir als von Gott abhängige Geschöpfe können uns darauf fest verlassen, dass Gott seinen guten Charakter nicht irgendwann verliert. Im Gegensatz zu unbeständigen, unsteten, Versprechen nicht einhaltenden Menschen, ist unser Vertrauen auf Gott uneingeschränkt zurecht gesetzt.

Gott ist beständig und unveränderlich in Seiner Existenz als Gott. Der Psalm 102, 26-28 beschreibt Gottes ewige beständige Existenz im Vergleich zur relativen Stabilität der Schöpfung:

„Du hast einst die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden umkommen, du aber bleibst. Sie alle werden veralten wie ein Kleid; wie ein Gewand wechselst du sie, und sie werden verwandelt. Du aber bist derselbe, und deine Jahre enden nicht.“

Der Schreiber des Psalms vergleicht dabei absichtlich nicht leicht vergängliche Phänomene der Schöpfung, wie zum Beispiel das schnelle Verblühen von Blumen oder die kurze Lebensdauer von Insekten im Kontrast zu Gott. Er wählt Teile der Natur, die wir normalerweise als stabil, fest und dauerhaft charakterisieren. Die Erde mit ihren gewaltigen Bergen und Meeren und der Himmel mit Sternen und Galaxien erleben wir als unwandelbar und langlebig. Inzwischen wissen wir zwar, dass Sterne verglühen, Galaxien implodieren, aber die Zeiträume, in denen dies passiert, sind astronomisch lang. So lang dass man die Zeit in hohen Potenzen von Lichtjahren ausdrückt, wobei die Zahlenangaben in der Gegenüberstellung zu unserer eigenen Lebenszeit den Bezug verlieren. Durch den Vergleich von Gott zur relativen Stabilität von Himmel und Erde will der Psalmist ein Erstaunen vor der Unveränderlichkeit Gottes auslösen. Himmel und Erde – für uns recht sichere und verlässliche Größen – sind im Gegenstück zu Gott wie ein billiges Hemd, welches nach ein paar mal Waschen – verzeih den sächsischen Ausdruck – völlig ausgeleiert ist. Gott aber leiert nicht aus, seine Farben verwaschen nicht. Er ist der lebendige, vor Energie sprühende, nicht vergängliche ewige Gott. Er ist konstant in Seiner Existenz. Niemand hat Ihn geschaffen, gezeugt oder hervor gebracht. Er ist nicht aus einer Urform evolviert, die Summer seiner Perfektionen haben sich nicht progressiv entwickelt. Er war immer, soweit ein Mensch in die Vergangenheit denken kann und noch weiter – der einmalig perfekte Gott.

Gott ist beständig und unveränderlich in allen Seinen guten Eigenschaften. Er beschreibt sich selbst durch den Propheten Malachi: „Ich, der Herr, verändere mich nicht, deshalb seid ihr … nicht zugrunde gegangen.“ (Mal. 3, 6). Im speziellen bezieht sich Gott in Malachi auf seine Gnade, Bundestreue, Barmherzigkeit, Geduld, etc. Gründe dafür, dass Gott sein Volk verlässt, hätte es genug gegeben. Eintausendfünfhundert Jahre nachdem Gott mit Abraham sein Volk in Existenz brachte, hat sich in Israel auch nicht eine Generation durch besondere Hingabe zu Gott ausgezeichnet. Gottes unveränderlichem Charakter als treu und unveränderlich zu Seinen Versprechen zu Abraham ist es zu verdanken, dass er alle Zeit gnädig mit Rebellen umgegangen ist.

Gottes gute Eigenschaften vergehen nicht und wandeln sich nicht. Gott verliert keine Kraft, auch nach der Schöpfung und Erhalt derselben Jahrtausend für Jahrtausend hat er nicht weniger Fähigkeiten oder Energie, als er vor Beginn der Welt hatte. Seine Weisheit ist unvermindert, Seine Heiligkeit weiter tadellos, Seine Treue, Liebe und Geduld permanent unendlich.

Gottes Beständigkeit bringt Christen enorme Sicherheit. Wenn Jakobus 1, 17 Gott beschreibt, als jemand in dem „kein Schatten aufgrund von Veränderung“ zu finden ist, dann will Jakobus uns inspirieren, einem Gott zu vertrauen, dessen Zuneigung für uns nie abebben wird. Er wird nicht aufhören, uns gute Gaben zu geben und Christen werden nie enttäuscht sein, dass ihr Gott doch nicht so gut ist, wie man es sich erhofft oder erträumt hat. Ein Nachfolger von Jesus muss sein Herz nicht schützen oder darauf vorbereitet sein, dass auch nach Millionen von Jahren im Himmel vielleicht doch ein Hauch an Unzuverlässigkeit oder Boshaftigkeit sich bei Gott einstellen könnte. Es wird nie passieren.

Gottes Beständigkeit ist eine Charaktereigenschaft, die Christen kennen und schätzen sollten. Die Erfahrung von Generationen von Christen zeigt, dass es immer wieder Zeiten im Leben gibt, in denen man Gott nicht so nah spürt, wie man ihn schon erlebt hat. Erfahrungen Seiner spürbaren Liebe sind real, aber nicht einforderbar. Enttäuschungen und Tragödien treffen auch die gottesfürchtigsten Menschen. Gottes Beständigkeit ist in diesem Moment wie ein Fels in der Brandung. Auch wenn nicht immer spürbar, Seine Zuneigung für Seine Kinder ist unabhängig vom Wind der Veränderung; Seine Treue und Liebe verlässlich.

Kann Gott seine Meinung ändern? Passt Gott Seine Ziele an den freien Willen von Menschen an? Teil 2 zum Thema Gottes Unveränderlichkeit im nächsten blog…