RFID Chip unter der Haut – kommt jetzt der Antichrist ?

„Obama Care HR3200 – das Gesetz zur Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung verlangt von jedem Amerikanischen Bürger eine Implantierung eines RFID Chips unter die Haut und ist verpflichtend für alle Amerikaner ab 2017. Angehörige der Polizei und des Militärs sind bereits gekennzeichnet. Wieder ist eine Prophetie erfüllt. Es ist 5 vor 12. ‚Und er bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, daß man ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt; und niemand kann mehr kaufen oder verkaufen, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.‘ (Offb. 13, 17) Die Endzeit ist da. Der Antichrist kommt jede Minute.“

Dies ist der Hauptinhalt vieler Nachrichten, die in der letzten Zeit durch facebook, email oder blogs verbreitet werden und den Leser davon überzeugen sollen, dass Offenbarung 13, 16-17 und 14, 6 heute wortwörtlich vor unseren Augen erfüllt wird. Die wesentlichen Bestandteile dieser Warnungsbotschaften sind dabei:
a) eine Beschreibung des technologischen Fortschritts der RFID Technologie,
b) der angeblichen aktuellen Gesetzeslage in den USA eines verpflichtenden Implantats dieser Technologie unter die Haut eines jeden Menschen,
c) die Schlussfolgerung, dass dieses Implantat offensichtlich Offb. 13 & 14 in direkter Weise erfüllt und damit Endzeit, Antichrist, die Schlacht von Armageddon, etc. unmittelbar vor der Tür steht und wortwörtlich vor unseren Augen erfüllt wird.

Was ist wahr an diesen apokalyptischen Nachrichten?

A) Die RFID Technologie:

In den allermeisten Fällen ist der technologische Fortschritt der RFID Technologie in solchen Mitteilungen meistens korrekt. RFID (englisch für radio frequency identification) beschreibt ein Sender-Empfänger-System zur Identifizierung von Produkten oder Lebewesen mit Radiowellen. Der Sender dieses Systems wird als Transponder bezeichnet und ist ein beschreibbarer Speicher, der so klein wie ein Reiskorn sein kann und bei Tieren oder Menschen unter die Haut implantiert werden kann. Auf diesen Speicher können dann Identifikationsdaten des Trägers oder zusätzliche Informationen wie z.B. Blutgruppe, Krankheitsdaten, etc. gespeichert werden.

RFIDHumans

Foto eines RFID Chips aus dem Jahr 2007, welches Glukose-Werte im Blut überwachen kann. Dieses Foto befindet sich häufig in emails, welche sogenannte obligatorische RFID’s beschreibt und ist ohne inhaltlichem Zusammenhang mit den angeblich verpflichtenden RFID’s willkürlich eingefügt.

Die Auslesung der Informationen aus dem Transponder erfolgt berührungslos durch elektromagnetische Wellen eines Lesegerätes. Gerät der Transponder in die Reichweite der elektromagnetischen Wechselfelder eines Lesegerätes, wird der Transponder durch diese mit Energie versorgt und aktiviert. Der Mikrochip decodiert die vom Lesegerät gesendeten Befehle und strahlt in das elektromagnetische Feld des Lesegerätes die auf ihm gespeicherten Daten per Feldschwächung ab.

RFID Chips werden bereits universell eingesetzt. So finden sich diese Systeme in allen deutschen Reisepässen (seit 2005) und Personalausweisen (seit 2010), in Schuhen oder Startnummern eines Läufers bei einem Marathon, in Autos zur Erfassung per Mautsystem, in Textilien, bei der Müllentsorgung, etc. Implantate unter die Haut sind bei Haus- Zoo- oder Nutztieren im Einsatz. Die Amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hatte 2004 die Implantation von RFID Chips als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft und zugelassen.1

Es ist also technologisch möglich, einen RFID Chip unter die Haut eines Menschen zu implantieren und diesen mit Daten des Trägers zu bestücken, die von Lesegeräten berührungslos erfasst werden können. Implantierte RFID Chips können auch als Zugangskontrolle benutzt werden – ausprobiert wurde dies bereits von einem Richter, der den Zugang zu Dokumenten damit sichern wollte und eine Bar in Barcelona, die – wohl eher um Aufsehen zu erregen – RFID Chips als „Eintrittskarte“ benutzte.2

B) Die angebliche Gesetzeslage eines verpflichtenden Implantats in den USA

Mit der Beschreibung des technologischen Fortschritts der RFID Technologie endet auch zumeist der Wahrheitsgehalt der endzeitlichen Botschaften über Implantate von Mikrochips unter die Haut. In den USA gibt es bis dato kein Gesetz, welches eine Implantation eines RFID Chips entweder bei der Polizei, beim Militär oder im Gesundheitssystem ObamaCare vorschreibt. Gegenteilige Nachrichten sind frei erfundene Mythen. Ursache des Gerüchts, dass das neue Gesundheitssystem der Obama Regierung eine Implantation eines RFID Chips zwingend verlange, war eine Gesetzesvorlage unter dem Namen Affordable Care Act HR 3200 vom 14.07.2009, welche erfolglos als Gesetzesvorlage eingebracht wurde und vom US Amerikanischen Senat abgelehnt wurde. In Affordable Care Act HR 3200 befand sich auf Seite 1001 ein Gesetzesvorschlag, welcher die Sammlung von Daten über implantierte Mikrochips zur Qualitätsüberwachung medizinischer Behandlungen erlaubt. Erlaubt – nicht vorschreibt! Die Möglichkeit (ich wiederhole: nicht die Vorschrift) einer Datensammlung wurde im Gesetzestext von HR 3200 gegeben, aber dieser Vorschlag wurde nicht ratifiziert und ist in keinster Weise oder Form Gesetz der USA. Der letztendlich zustandsgekommene Gesetzestext mit dem Namen Patient Protection and Affordable Care Act HR 3590 (ObamaCare) enthält keinen Hinweis jeglicher Art bezüglich der Sammlung von Daten über RFID Chips.3

Einen Hinweis, dass apokalyptische Botschaften über RFID Implantate nichts als Märchen sind, ist, dass keine dieser Botschaften einen Link zu einer verlässlichen Quelle (z.B. Publikationen der US Regierung, Gesetzestexte, Polizeiberichte, Nachrichten der Gesundheitsbehörde o.ä.) enthält, sondern jeweils nur auf blogs von Laien verweist, die keine Beweise für ihre Behauptungen erbringen.

C) Erfüllen RFID Implantate Prophetien der Offenbarung?

Nein! Selbst wenn RFID Chips oder potentiell höherwertig weiterentwickelte elektronische Produkte jemals in großem Umfang beim Menschen implantiert würden, selbst wenn Gesetze irgendwann Menschen einmal dazu zwingen sollten, elektronische Chips implantiert zu bekommen, hat dies nichts mit dem „Zeichen des Tieres“ zu tun, welche Johannes in seiner Offenbarung beschreibt. Über dieses „Tier“ und sein „Zeichen“ schreibt Johannes folgendes:

Und das Tier bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, daß man ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt; und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. (Offb. 13, 16-17)

Um zu verstehen, was Johannes mit diesen Worten kommunizieren wollte, muss man sich zuerst daran erinnern, dass die Offenbarung im Literarischen Stil von apokalyptischen Symbolen geschrieben wurde. Sieben Leuchter sind also nicht wortwörtliche sieben Leuchter, inmitten denen Jesus steht (Offb. 1, 12), sondern ein Symbol für die weltweite Gemeinde Gottes (Offb. 1, 20). Löwe und Lamm (Offb. 5, 5-6) sind nicht wortwörtlich das Landraubtier Panthera Leo und eine Spezies der Wolle-tragenden Ovis Caprinae, die auf einem wortwörtlichen Thron (aus Holz oder Marmor?) Platz genommen haben, sondern Symbole für Christus in Seiner Funktion als allmächtiger Regent und demütiges Opfer, der die souveräne Weltherrschaft von Gott übertragen bekommen hat.

Der Schlüssel zum Verständnis, welche zu kommunizierende Wahrheit hinter dem Symbol steht, ist nicht die letzte Technologie-Zeitschrift oder die täglichen schlechten Nachrichten aus dem Nahen Osten, sondern das Alte Testament. Dies war sowohl Johannes als auch den ersten Lesern der Offenbarung bekannt und in der Offenbarung entdeckten die ersten Leser in reichhaltigem Maße wieder und wieder die altbekannten Symbole des Alten Testaments wieder.

Wenn die ersten Christen also die Beschreibung des Tieres in Offb. 13, 1-2 lasen, dachten sie nicht zuerst (oder eigentlich überhaupt nicht!) an einen endzeitlichen Antichristen aus Russland oder China, sondern an das Buch Daniel! Denn die Beschreibung „das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther, und seine Füße wie die eines Bären und sein Maul wie eines Löwen Maul…“ ist eine offensichtliche Amalgamierung der Tiere aus der Vision Daniels in Kapitel 7: „Und vier große Tiere stiegen aus dem Meer herauf, jedes verschieden vom anderen. Das erste war wie ein Löwe… und siehe, ein anderes, ein zweites Tier, war einem Bären gleich… und siehe, ein anderes, wie ein Panther…“ Im Buch Daniel stehen die Tiere symbolisch für aufeinanderfolgende Weltreiche, welche das Volk Gottes unterdrücken (Dan. 7, 23). Wenn Johannes also die Symbolik Daniels aufgreift und ein Tier beschreibt, welches die Charakteristiken der Tiere Daniels beinhaltet, dann beschreibt Johannes dieselbe Realität, die auch schon Daniel mit denselben Symbolen beschrieben hat! Und dies ist auf alle Fälle nicht ein „Antichrist“ als einzelne Person, sondern das Tier in Offb. 13 steht symbolisch für Weltreiche, welche Christen politisch, ökonomisch und ideologisch bekämpfen. Das Tier in Offb. 13 ist das Römische Reich, das Osmanische Reich, das Reich der Russischen Zaren und Kommunistisches China. Immer da, wo Gottes Volk unter Verfolgung staatlicher, gesellschaftlicher oder ideologischer Verfolgung leidet, da ist das Tier. Demzufolge muss man nicht auf einen technisch bewanderten Antichristen warten, der RFID’s unter die Haut pflanzt, um eine Erfüllung von Offb. 13 zu erleben. Das Tier aus Offb. 13 existierte bereits zur Zeit, als die Offenbarung geschrieben wurde (Offb. 13, 9 vgl. mit Offb. 2, 7, 11, 17, 29; 3, 6, 13, 23) und es existiert heute weiter.

Aber was ist denn nun das „Zeichen des Tieres, nämlich der Name des Tieres oder die Zahl seines Namens,“ welches die Menschen an ihre Hand oder Stirn bekommen (Offb. 13, 7)? Dass dies ein sichtbares, wortwörtlich visuell wahrnehmbares Zeichen ist, ist zu bezweifeln. Denn bereits das Tier selbst hat in Offb. 13, 1 „einen gotteslästernden Namen auf seinen Köpfen“ geschrieben. In Verbindung mit den Kronen, welches das Tier auf den Köpfen trägt, symbolisiert der gotteslästernde Name einen „falschen Anspruch von souveräner universaler Autorität im Wiederspruch zum wahren ‚König der Könige und Herrn der Herrn,‘ der ebenfalls ‚viele Kronen‘ trägt (Offb. 19, 12, 16).“4 Ein „Name auf einer Stirn“ ist also nicht als Strichcode oder RFID zu verstehen, sondern steht für eine unsichtbare Wahrheit und Charakterisierung der Person, die dieses Zeichen trägt.

Eindeutig wird dies, wenn man den von Johannes offensichtlich beabsichtigten Kontrast entdeckt zwischen denen, die das Zeichen des Tieres tragen (Offb. 13, 16-17) und denen, die nur zwei Verse weiter „den Namen des Vaters und den Namen des Lammes auf ihren Stirnen“ tragen:

Und ich sah: und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen. (Offb. 14, 1)

Ich habe bis heute noch keinen Theologen kennen gelernt, der behauptet, dass Offb. 14 bedeutet, dass Gottes Volk (dies wird durch die 144.000 symbolisiert) wortwörtlich und visuell sichtbar den Namen VATER und LAMM auf ihren Stirnen geschrieben bekommen werden. Wenn es doch so ist, kann man sich dann die Schriftart, Größe, Absatzabstand und Ausrichtung aussuchen? Wenn ja, nehme ich Arial 14 fett kursiv!

Wenn also (und dem stimmen alle Theologen überein), das Zeichen auf den Stirnen der Nachfolger des Lammes kein buchstabengetreuer Farblaserdruck VATER – LAMM ist, sondern ein unsichtbares Zeichen, welches die Nachfolger des Lammes kennzeichnet, warum sollte dann zwei Verse eher das Zeichen der Nachfolger des Tieres ein RFID sein? Es ist ohne Frage ein Zeichen derselben Qualität wie das der Nachfolger von Jesus Christus. Was Johannes mit dem Kontrast der Zeichentragenden sagen will ist, dass sowohl alle Nachfolger des Lammes als auch alle Nachfolger des Tieres von ihren korrespondierenden Herren gekennzeichnet werden – unsichtbar, aber dennoch real.

Die Forderung ein „Zeichen an Hand oder Stirn“ zu empfangen ist wahrscheinlich eine Anlehnung an die altertümliche Praxis, Sklaven, Soldaten und Verehrer gewisser Götter durch Tatoos zu brandmarken (siehe Plutarch, Pericles. 26; Herodotus. 7.233; Herodotus 2.113). Wenn Johannes an Brandmarkung von Sklaven denkt, dann werden die Heiligen als das Eigentum des Lammes und die Anbeter des Tieres als das Eigentum des satanisch inspirierten Tieres angesehen. Bei der Brandmarkung von religiösen Anhängern gewisser Götter, werden die Anbeter als treue und hingebungsvolle Gläubige symbolisiert.5 Johannes vermittelt mit seiner (zugegebenermaßen für uns unvertrauten) Symbolik, dass jeder Mensch als Besitz von einem seinem jeweiligen Herrn gekennzeichnet wurde und jeder Mensch hingebungsvoll einem von zwei Herren dient: entweder Christus oder dem satanisch inspirierten Tier.

Auffallend ist in der Offenbarung, dass auch mit der „Zeichengebung auf Stirn oder Hand“ das Tier auf perverse Art und Weise Christus imitiert. Denn:
– das Lamm (Offb. 5, 8-14) und das Tier (13, 4, 8) bekommen empfangen die Anbetung „aller;“
– das Lamm (Offb. 2, 28; 3, 21) empfängt von Gott dem Vater Autorität und den Thron – das Tier empfängt von Satan (Offb. 13, 2) Kraft, Autorität und einen Thron;
– das Lamm (Offb. 19, 15) und das Tier (13, 10) haben Schwerter, um zu töten;
– das Lamm (Offb. 1, 18) war tot und ist lebendig geworden und das Tier (13, 14) ist verwundet worden und lebt;
– das Lamm hat Hörner (Kraft, Autorität) (Offb. 5, 6) und das Tier hat Hörner (Offb. 13, 1, 11).
Das Zeichen des Tieres auf den Köpfen seiner Nachfolger ist also eine satanische Nachahmung des Siegels auf den Köpfen der Heiligen (Offb. 7, 3-8), welches der Name Gottes und des Lammes ist (Offb. 14, 1). So wie das Siegel bzw. der Name des Lammes unsichtbar ist, so ist das Zeichen des Tieres unsichtbar. Beide Namen, beide Zeichen sind geistiger Natur.

Und jeder Mensch hat entweder den Namen des Lammes oder den Namen des Tieres als seine Kennzeichnung. Es sind eben nicht die Nachfolger des Lammes, die das Zeichen des Tieres empfangen, sondern diejenigen, die vom Tier getäuscht werden (Offb. 13, 14), diejenigen, die das Tier anbeten (Offb. 13, 15). Christen werden vor der Täuschung des Tieres bewahrt und beten nicht das Tier an (Offb. 13, 15) (aber werden vom Tier verfolgt und getötet) genau deshalb, weil sie bereits ein Zeichen empfangen habe, welches sie vor der Nachfolge des Tieres und vor geistigem Schaden schützt.

Das erste mal, wo Menschen in der Offenbarung ein Zeichen auf der Stirn empfangen, ist bevor die große Trübsalzeit beginnt (Offb. 7, 3, vgl. Offb. 7, 14).6 Wenn man zu Offb. 14 kommt, ist thematisch die große Trübsalzeit vorbei.7 Dieselbe Anzahl von Menschen, die in die Trübsalszeit hinein gegangen ist, kommt jetzt in Offb. 14 siegreich und an der Seite des Lammes aus der Trübsalszeit heraus. Der Sinn der Versiegelung, der Sinn des Zeichen des Lammes auf ihren Stirnen war ihr Schutz während der herausfordernden Zeit in dieser Welt – während das Tier die Nachfolger des Lammes verfolgte (Offb. 13, 15). Alle diejenigen, die an Christus geglaubt haben und sich mit ihm identifiziert haben, wurden durch die Kraft Seines Namens an ihren Stirnen vor der Täuschung des Tieres und der Anbetung des Tieres geschützt.

Der Name des Lammes auf der Stirn der Nachfolger von Jesus wird explizit in Offb. 22, 4 als nichts geringeres als Seine Gegenwart mit den Gläubigen beschrieben. Es ist Gottes Gegenwart, Sein unsichtbares Wirken, Seine Versiegelung mit dem Heiligen Geist, der Christen in schwierigen Zeiten bei Ihrem Herrn hält. Mit Seinem Zeichen hat Gott die Seinen für sich als Sein Eigentum abgesondert und Er erhält sie vor ultimativem Schaden. Schutz vor Schaden bedeutet nicht Garantie des körperlichen Wohlergehens, denn genau die Weigerung der Heiligen, sich mit dem Tier zu identifizieren, resultiert in Leid oder sogar Tod (Offb. 13, 15). Nicht mehr „kaufen oder verkaufen zu können“ beschreibt die ökonomischen Nachteile, die ein Christ in Kauf nimmt, wenn er der Götzenanbetung oder der Ideologie des Tieres nicht folgt. Die konkrete Situation der Christen im ersten Jahrhundert bezog sich in diesem Fall sicher auf die ökonomischen Nachteile, die daraus erwuchsen, wenn man nicht mehr Mitglied einer Handwerker- oder Handelsvereinigung sein konnte, wenn in diesen deren Schutzpatrone angebetet wurden (siehe Offb. 2, 9). Die Formulierung beschreibt also keine elektronisch implantierte Kreditkarte, ohne die man seine Brötchen nicht mehr kaufen kann, sondern finanzielle Nachteile, die man aufgrund seines Zeugnisses für Christus in Kauf nimmt. Einprägsame Beispiele aus der Zeit der DDR sind für mich einige Schulkameraden, die keinen Englisch-Unterricht nehmen konnten, nicht studieren durften, keinen Urlaubsplatz bekamen, o.ä. weil sie die Kinder von Pfarrern waren, nicht in sozialistischen Jugendgruppen eintraten oder nicht bei kummunistischen Paraden teil nahmen. Identifikation mit dem Tier gibt Menschen Vorteile in Bezug auf Wohlstand, Karriere, Ansehen, etc. aber ultimativ werden sie wie das Tier selbst den ewigen Tod erleiden (Offb. 14, 9-11); die Menschen aber, die dem Lamm folgen und dafür in dieser Welt Nachteile auf sich nehmen, ewiges Leben erhalten (Offb. 20, 4).

Der Sinn des Kontrastes zwischen Menschen, die den Namen des Tieres annehmen und denen, die den Namen des Lammes tragen ist nicht, Christen in Panik (oder wohlwollende Aufregung bezüglich der „nahen Endzeit“) zu versetzen, sondern Ihnen eine dankbare Sicherheit zu geben, dass sie aufgrund ihrer Markierung von Gottes Namen auf ihrem Leben dem Tier nicht folgen werden. Auch nicht, wenn es schwer wird. Die Gegenwart Gottes im Leben eines Christen wird bewirken, dass wir Christus hingebungsvoll nachfolgen und uns nicht mit dem Tier identifizieren werden – auch wenn es uns etwas kosten wird. Gottes Gegenwart, welches uns nahe bei Christus hält, wird bei Seiner Souveränen Bewahrung Seiner Kinder sogenannte „zweite Ursachen“ benutzen. Das heisst, ein Christ wird hingebungsvoll auch unter hohen Kosten Jesus nachfolgen, weil ihn zum Beispiel Gottes Wort in der Offenbarung über das ultimative Schicksal der Heiligen und derjenigen, die das Tier anbeten, Entschlossenheit geben wird, Christus mit Freude nachzufolgen.

Bei allen „zweiten Ursachen,“ die Gott benutzt, beschreibt die Offenbarung aber die allererste und ultimative Ursache dafür, dass Christen sich nicht mit dem Tier identifizieren als die Souveräne Vorherbestimmung des einzelnen Christen:

Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist von Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes. (Offb. 13, 8)

Bei aller Macht, die Satan in Seiner Manifestation in den Weltreichen und ihrer politischen und ideellen Organisationen zu haben scheint, hebt die Offenbarung die Augen auf zum Wahren Souverän Regierenden! Wenn es nicht Seine gnädige Vorherbestimmung gewesen wäre; wenn Er uns ultimative nicht durch Seine Gegenwart erhalten würde, würden wir alle in diesem Moment den Namen des Tieres tragen. Letztendlich ist es Gott und Gott allein zu verdanken, dass wir Christus gehören und dass wir Ihm nachfolgen, wo immer Er hin geht. Soli Deo gloria!

1 http://www.heise.de/newsticker/meldung/Patientenidentifikation-mit-RFID-Chips-155883.html; http://www.gpo.gov/fdsys/pkg/USCODE-2010-title21/html/USCODE-2010-title21-chap9-subchapV-partA-sec360i.htm.
2 http://www.heise.de/newsticker/meldung/Implantierbare-RFID-Chips-breiten-sich-aus-118677.html.
3 http://obamacarefacts.com/obamacare-microchip-implant/. Die Regierungswebseite obamacarefacts beschreibt auch potentielle Vorteile von RFID im Gebiet der Gesundheitsvorsorge, des sicheren Geldtransfers, u.ä. und die Notwendigkeit, deren Vorteile mit den Nachteilen abzuwägen und dementsprechend zu reglementieren. Für den Autor dieses blogs überwiegen die potentiellen Nachteile des Verlustes an Datensicherheit und die Möglichkeit der lückenlosen Überwachung die beschriebenen Vorteile bei weitem. Sollten die Möglichkeiten der Nutzung von RFID’s ausgeweitet werden oder sogar die Verpflichtung intrakutaner RFIDs diskutiert werden, würde ich meine politischen Rechte voll wahrnehmen, gegen die Nutzung von RFID’s zu protestieren, aber nicht (wie unten dargelegt) aufgrund von vermeintlichen Warnungen in der Offenbarung, sondern aufgrund des manifesten Eingriffs in die Privatsphäre des Menschen.
4 G. K. Beale, The Book of Revelation. 1999: 684.
5 Ibid., 715.
6 Die 144.000 sind dieselben Gruppe von Menschen wie die unzählige Volksmenge in Offb. 7 – nur aus unterschiedlicher Perspektive beschrieben. Beachte weiterhin, dass bereits Johannes sich beschreibt als „in der Trübsal befindend“ (Offb. 1, 9) – dies also nicht eine genau definierte Zeit in der Zukunft ist, sondern die gegenwärtige Zeit der Kirchengeschichte. Mehr dazu in einem späteren blog.
7 Offb. 15-18 erfolgt zeitlich nicht nach Offb. 14, sondern ist ein Rückblick auf vorher geschehenes.