Und wir befinden uns doch im Zentrum des Universums! – Fine Tuning als Zeichen für die Genialität des Schöpfers. Teil 2.

Das Universum ist mit einem Maß an Präzision gestaltet, welches buchstäblich astronomisch ist. Vier Beispiele für das erstaunliche Fine-Tuning des Universums mit der Erde im Blick als außergewöhnlichen Planeten, auf dem Leben möglich ist, habe ich im letzten blog-Beitrag aufgeführt. Im folgenden noch ein paar sensationelle astronomische Beobachtungen, welche andeuten, dass die Erde – auch wenn sie sich nicht im physischen Zentrum des Universums befindet – aufgrund des Zusammenspiels unwahrscheinlich vieler exakt abgestimmter Faktoren, die zum Leben notwendig sind – das Zentrum der Absicht der Existenz des Universums zu sein scheint.

5. Die Masse der Erde ist genau richtig, um eine lebensfördernde Atmosphäre zu erhalten.

Ob ein Planet Leben beherbergen kann, hängt in hohem Grad von seiner Masse ab. Größere oder kleinere Planeten ermöglichen kein Leben. Eine kleinere Erde würde bedeuten, dass die Oberflächengravitation der Erde geringer wäre und deshalb die Atmosphäre im All verloren ginge. Weiterhin haben kleinere Planeten unregelmäßige Umlaufbahnen, welches wiederum zu hohe Schwankungen in den Oberflächentemperaturen hervorbringt. Kleinere Planeten stehen in der realen Gefahr, dass aufgrund des größeren Verhältnisses von Oberfläche zu Volumen die Kerntemperatur des Planeten schneller abkühlt und sich negativ auf das Magnetfeld des Planeten auswirkt (dazu gleich mehr).

Im Kontrast dazu wäre eine größere Erde allerdings auch nicht lebensfreundlicher. Lebensschädliche Gase wie Methan oder Kohlendioxid würden aufgrund der größeren Oberflächengravitation nicht entweichen und die Erde würde eher dem Gasgiganten Jupiter ähnlich sehen als der Erde. Obwohl Leben eine Atmosphäre braucht, zu viel Atmosphäre ist ebenfalls nicht gut. Ein zu hoher Luftdruck würde die Wasserverdampfung verringern, was wiederum zu wenig Regen für die Kontinente bedeuten würde – sie würden austrocknen. Ein zu hoher Luftdruck erhöht zudem die Viskosität der Luft und macht es schwieriger, dass Lebewesen, die von Lungenatmung abhängig sind, existieren können. Auch die Erde hat genau die richtigen fein abgestimmten Eigenschaften, damit Leben möglich ist.1

6. Das Magnetfeld der Erde ist perfekt kalibriert, um Leben zu schützen.

Geophysiker haben aufgrund von Beobachtungen von Erdbeben und anderen Phänomenen herausgefunden, dass der äußere Erdkern aus flüssigem und heißen Eisen besteht – wahrscheinlich mit einer Temperatur von über 3000 Grad. Dieses Eisen ist elektrifiziert und leitet Strom. Obwohl ein flüssiges Inferno von 3000 Grad, auf dem wir sozusagen „schwimmen“ nicht gerade lebensfreundlich erscheint, ist es für unser Überleben wortwörtlich von existentieller Bedeutung. Abgestimmt mit der schnellen Erdrotation bewirkt der Eisenkern der Erde Strudel, welches das dynamische Magnetfeld der Erde entstehen lässt. Das richtige Maß an Eisenkern in Kombination mit der Plattentektonik der Erde und ihrer Erdrotation führt zu einem sich selbst erhaltenen planetaren Dynamo. Und dein Kompass erinnert dich daran, dass du auf genau diesem planetaren Mega-Dynamo lebst. Dass dieser Dynamo dir täglich dein Leben rettet, hättest du wahrscheinlich nicht gedacht.

Das magnetische Feld der Erde schafft die Magnetosphäre, einen geschützten Hohlraum, der uns von der direkten Interaktion mit den Solarwinden abschirmt.

magnetosphere

Würden die Solarwinde, bestehend aus Protonen und Elektronen ohne diesen magnetaren Schutzschirm auf die Erdatmosphäre treffen, würden diese Winde wie eine Käseraspel die obere Erdatmosphäre abspachteln und ohne obere Erdatmosphäre würde sich das Wasser auf der Erde schnell im All verflüchtigen. Weiterhin schirmt die Magnetosphäre uns von energiereichen kosmischen Strahlenpartikeln ab. Diese Strahlen, hochenergetische Protonen und Mesonen, würden uns wie tödliche Radioaktivität bombardieren und unsere Zellkerne schädigen. Auch hier ist es das Wunder, dass ein ungewöhnlicher flüssiger Eisenkern der Erde (z.B. anstelle gleichmäßig verteiltes Eisen in der Erde im Zusammenhang mit Plattentektonik – und wir haben uns immer beschwert, dass die anscheinend Erdbeben hervorrufende Tektonik der Erde ein nutzloser Fehlgriff der Natur war) und Erdrotation präzise miteinander abgestimmt, eine lebensnotwendige Schutzhülle um uns bildet.2

7.Unser Platz in der Milchstraße ist haargenau richtig.

Der Durchmesser unserer Galaxie, der Milchstraße, beträgt 85.000 Lichtjahre. Wir befinden uns ungefähr 25.000 Lichtjahre vom Zentrum der Galaxie entfernt. Wer denkt, dass – um im Mittelpunkt des Universums zu sein – man sich im Zentrum einer Galaxie befinden sollte, irrt sich. Das Zentrum ist ein extrem gefährlicher Ort, und „dem Leben nicht gütig gestimmt“ ist eine Untertreibung über alle Maßen. So wie das Sonnensystem eine hauchdünne bewohnbare Zone hat, in welcher Planeten eine stabile Atmosphäre erhalten können und der Abstand zum Energiespender Sonne optimal ist und gleichzeitig die Eigenrotation des Planeten nicht synchronisiert wird, so hat auch die Galaxie eine schmale bewohnbare Zone. Und diese ist nicht im Zentrum, sondern ausgerechnet da, wo wir uns befinden.

habitable zone 2

Das Zentrum unserer Galaxie besteht aus einem massiven schwarzen Loch, ein enormes Gravitationszentrum (geschätzt wird das 4,3 milliardenfache der Sonnenmasse), das alles in seiner Nähe, sogar Lichtstrahlen, schluckt. Selbst etwas vom Zentrum entfernt, in Regionen explodierender Supernovae, ist Leben nicht im Entferntesten vorstellbar. Wären wir näher am Zentrum unserer Galaxie würden wir von kosmischen Strahlen und energiereichen Partikel bis zur Vernichtung bombardiert. Allerdings ist „je weiter weg, um so besser“ auch nicht die Lösung auf die Frage der bioaffinen Zone. In den äußeren Zonen der Galaxie befinden sich fast ausschließlich Wasserstoff und Helium, schwere Elemente, während essentielle Bausteine des Lebens, wie Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, und Eisen, fehlen. Die Erde befindet sich im optimalen Bereich der Galaxie – genügend entfernt vom gefährlichen strahlenreichen Zentrum und dennoch nah genug, damit alle lebensnotwendigen chemischen Bausteine des Lebens zu finden sind.

Aber auch in der Galaxie ist Entfernung nicht das einzige Kriterium für die Möglichkeit, dass Leben existieren kann. Es gibt drei Arten von Galaxien im Universum: spirale, ellyptische und irreguläre. Die Milchstraße ist eine Spiralförmige Galaxie. Ihre Spiralarme bestehen aus Sternen und kosmischen Staub.

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Die Erde befindet sich in einem relativ offenen Gebiet zwischen zwei Spiralarmen (der nächste Stern ist vier Lichtjahre entfernt). Die meisten Sterne befinden sich in Sternenhaufen, wo zehntausende Sterne relativ nah in den Galaxiearmen beieinander liegen. Planeten, welche in diesen Haufen ihre Umlaufbahn haben, werden kontinuierlich mit Strahlen und radioaktiven Partikeln bombardiert, die Leben unmöglich machen. Wie befinden uns ausgerechnet an einem sehr ruhigen Ort des Universums.3 Wir sind behaglich eingebettet im Zentrum des Universums – Zentrum nicht im Sinne eines trivialen örtlichen Standpunktes, sondern im Zentrum des Ortes, wo Leben möglich ist.

8. Die Energieemission der Sonne, die Durchlässigkeit der Atmosphäre für elektromagnetische Strahlen und die Anforderungen von Photosynthese korrelieren in erstaunlichem Maße.

Wissenschaftler sind sich des außergewöhnlichen „Zufalls“ der fast unheimlichen Harmonie zwischen den energetischen Anforderungen an Photosynthese und der Wellenlängen des Lichts, die von der Sonne abgegeben und von der Erdatmosphäre durchgelassen wird, bewusst. Sterne emittieren unterschiedlichste Wellenlängen von Strahlen in unterschiedlicher Stärke. Photosynthese ist aber chemisch überhaupt nur in einem laserdünnen Teil davon möglich. Die nahe ultraviolette, sichtbare und nahe infrarote Lichtwellen sind ein hauchdünnes Scheibchen der elektromagnetischen Strahlen, die im Universum abgegeben werden: ein Teil aus zehn hoch 25. Das ist weniger als ein Stern von allen geschätzten Sternen im Universum: zehn hoch 22. Ausgerechnet diesen haardünnen Anteil emittiert die Sonne und wird von der Erdatmosphäre durchgelassen. Es existiert ein dramatisch schmales Fenster sowohl in der Art der Energie, welche die Sonne von sich gibt, der tödlichen Strahlung, welcher von der Erdatmosphäre absorbiert wird und vom nützlichen Teil der Lichtenergie, der letztendlich auf der Erde auftrifft, und ausgerechnet dieser und nur dieser dünne Teil ist zur Photosynthese brauchbar.

Zusätzlich zur passgenauen Wellenlänge liefert die Sonne auch noch das richtige Energiemaß. Photonen mit zu viel Energie würden Moleküle zerreißen, Photonen mit zu wenig Energie würden keine chemische Reaktion auslösen. Der Grad der Übereinstimmung ist phänomenal.

9. Geologie bezeugt, dass wir in einer klimatisch besonders günstigen Zeit leben.

Bohrkerne von Eis in der Grönländischen Arktis haben gezeigt, dass Klimaschwankungen in der Geschichte der Erde die Norm sind. Ein bedeutendes Erkalten des Klimas kann innerhalb weniger Jahre geschehen. Die zivilisierte Menschheit hat dieses Phänomen noch nicht erlebt – und dies ist ungewöhnlich und ein Umstand, den wir dankbar zur Kenntnis nehmen sollten. Das Abkühlen des Klimas zu eiszeitlichen Temperaturen innerhalb weniger Jahre würde Leben abseits vom Äquator unmöglich machen. Die in Eisbohrkernen enthaltenen Aufzeichnungen vergangener klimatischer Bedingungen zeigen, dass Eiszeiten wie die letze Eiszeit, welche Wissenschaftler die Jüngere Dryas nennen, in den letzten 100.000 Jahren wiederkehrende Normalität waren. Die gegenwärtige Wärmeperiode der letzten 12.000 Jahre nach der letzten Eiszeit ist völlig ungewöhnlich und noch nie in den letzen 420.000 Jahren der Erde hat es solch eine lange warme eisfreie Klimaperiode gegeben. Die Zeit, in der wir leben, scheint besonders zu sein.5

10. Feinabstimmung in der Entstehung des Universums zeigt einen erstaunlichen Grad an Präzision.

Auch auf die Gefahr hin, dass für diejenigen, für die Physik, Biochemie oder Quantenmechanik schon eine Weile her ist und die spätestens jetzt überwältigt sind von astrophysischer Fachsprache, möchte ich noch einen Punkt beobachteter Feinabstimmung im Bezug auf die Entstehung des Universums nennen.

Die Beziehung zwischen den Naturkonstanten müssen um ein erstaunliches Maß miteinander abgestimmt sein, damit das Universum überhaupt in Existenz kommen konnte. Die Wissenschaft kategorisiert heute vier fundamentale Naturkräfte: die starke Kernkraft, die schwache Kernkraft, die elektromagnetische Kraft und Anziehungskraft. Alle Kräfte müssen haargenau miteinander abgestimmt sein, damit das Universum überhaupt existieren kann. Wenn das Verhältnis der starken Nuklearkraft zur elektromagnetischen Kraft sich auch nur um ein Teil von 10 hoch 16 vom gegenwärtigen Zustand unterscheiden würde, hätten sich Sterne nicht formieren können.

Die Anzahl der Elektronen im Vergleich zur Anzahl der Protonen darf nicht einen Wert von eins zu zehn hoch 37 verändert werden, ansonsten hätten die elektromagnetischen Kräfte die notwendigen Kräfte des Schwergewichts ausgeschaltet. Eins zu zehn hoch 37 ist eine Zahl, welche menschliche Erfahrung sprengt und nur noch auf dem Papier eine theoretische Größe ist. Eins zu zehn hoch 37 ist, wie wenn man mit einer Pistole auf eine Münze schiesst, die sich am anderen Ende des Universum befindet – und trifft!6<

Zusammenfassung: Das Universum existiert mit einem extrem empfindlichen Gleichgewicht schwindelerregend vieler Konstanten. Die Genauigkeit und Präzision der Abstimmung der Konstanten, die notwendig ist, damit Leben entsteht und erhalten wird ist überwältigend.

Huge Ross in Seinem Buch The Creator and the Cosmos führt 33 Parameter auf, die exakt stimmen müssen, damit ein Planet Leben beherbergen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle 33 Parameter bei einem Planeten zusammentreffen, beträgt 10 hoch -42, Astronomen schätzen die Zahl der existierenden Planeten im Universum allerdings nur auf 10 hoch 22. Die Differenz, 10 hoch -22, beträgt die Chance, dass es außerhalb der Erde noch Leben gibt, die Chance ist also eins zu zehn Trilliarden. Unsere Erde scheint einmalig zu sein.7

Unser tatsächliches, bewohnbares Universums ragt einmalig heraus im Vergleich zu dem (fast) endlosen Meer von chaotischen und ungeordneten Universen, die existieren würden, wenn die Vielzahl der Parameter nicht exakt miteinander abgestimmt wären. Es ist das Vorhandensein dieses Musters, das Unmengen von Faktoren genau richtig sein müssen, damit Leben existieren kann, dass der Eindruck von intelligentem Design überwältigend ist.

Ich bin neu beeindruckt – nicht nur von der Genialität der Präzision unseres Universums, sondern auch vom Genie, welches die Ursache dieser phantastischen Welt zu sein scheint!

Wenn ich sehe auf deine Himmel, das Werk deiner Hände, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast,
dann sage ich überwältig: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, und was ist der Mensch, dass du dich um ihn kümmerst? HERR, unser Herr, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!
Psalm 8, 4-5, 10

1 Guillermo Gonzalez and Jay W. Richards, The Privileged Planet. 2004, 59.
2 Ibid., 57-58.
3Kenneth D. Keathley and Mark F. Rooker, 40 Questions About Creation and Evolution. 2014, 402.
4<Guillermo Gonzalez and Jay W. Richards, The Privileged Planet. 2004, 66-67.
5Ibid., 41.
6Kenneth D. Keathley and Mark F. Rooker, 40 Questions About Creation and Evolution. 2014, 403-404.
7Huge Ross, The Creator and the Cosmos. 2001.

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